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Zwei Jahre nach dem Tsunami - ADRA baut Klärsysteme in Sri Lanka

Renovierte Toilettenanlage in Galle - Nach dem verheerenden Tsunami vom 26. Dezember 2004 stand ADRA Österreich, wie viele andere Organisationen auch in der Versuchung sich ein prestigeträchtiges Häuserprojekt an Land zu ziehen. ADRA hat sich aber dagegen entschieden. Stattdessen hat ADRA in den vergangenen zwei Jahren in Sri Lanka Sanitäranlagen für über 420 neue Häuser gebaut. Das ist nicht sehr Öffentlichkeitswirksam es lässt sich damit auch nur schwer Geld von privaten Spendern sammeln. Die Stadt Wien hat dieses Projekt deshalb mit 180.000,-- € unterstützt. Auch der aktuelle Human Development Report der UNO gibt dem Bau von Toilettenanlagen und Klärsystemen recht. Täglich sterben weltweit 4900 Kinder an verschmutztem Wasser. Sauberes Wasser gibt es aber nur, wenn die Abwässer ordnungsgemäß entsorgt werden können.

ZT: Die ersten Tage nach dem Tsunami - chaotisch!
ADRA konnte unmittelbar nach dem Tsunami die österreichische Mitarbeiterin Anita Obenaus nach Sri Lanka entsenden. Anfänglich ging es einfach darum Nothilfe zu leisten. Viele Menschen hatten alles verloren. Oft waren Straßen nicht passierbar. Die Verteilung der Hygienepakete und Notzelte stellte sich als große logistische Herausforderung dar. Oft wurde schon am Flughafen die Geduld der Katastrophenhelfer auf die Probe gestellt. Die Bürokratie forderte das Ihre. Hilfsgüter mussten mit viel Verhandlungsgeschick aus dem Zoll gelöst werden. Ständig wechselnde Vorschriften erschwerten die Arbeit. Einmal wurde die internationale Gemeinschaft aufgerufen Zelte zu senden. Waren die Zelte dann in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, angelangt hieß es wieder, es würden keine Zelte mehr ins Land gelassen. Neben der ersten Katastrophenhilfe galt es die lokalen Hilfsstrukturen auszubauen und zu unterstützen um langfristige und nachhaltige Hilfsmaßnahmen vorbereiten zu können.

ZT: Stadt Wien fördert ADRA Projekt mit 180.000,-- €
Im Anschluss an die ersten Soforthilfe Maßnahmen stand ADRA vor einer schweren Entscheidung. Sollte die Hilfsorganisation dem allgemeinen Trend folgen und auch Häuser bauen. Eine kleine Siedlung, ein ADRA Dorf? So ein Projekt wäre sicher bei den Spendern sehr gut angekommen. Trotz der viel versprechenden Vermarktbarkeit hat sich ADRA gegen Häuser und für Sanitäranlagen entschieden. Was nützt es der lokalen Bevölkerung in neuen Häusern zu wohnen, wenn ihr Trinkwasser verschmutzt ist und sie krank macht? Die Stadt Wien konnte die Entscheidung der Hilfsorganisation nachvollziehen und förderte in der Folge das Projekt mit 180.000,-- €. Die Mitarbeiterin Anita Obenaus, die ja schon vor Ort war konnte als Projektleiterin gewonnen werden und beaufsichtigte von Anbeginn die Bauarbeiten im District Galle.

Anfänglich wurden vier öffentliche Toilettenanlagen wieder in Stand gesetzt. In Sri Lanka sind viele Wohnungen und Häuser nicht mit eigenen Sanitäreinheiten ausgestattet. Öffentliche WC Anlagen haben deshalb noch einmal einen ganz anderen Stellenwert als in Österreich. Dann ging es weiter mit den Klärsystemen für neu gebaute Häuser des Arbeiter Samariter Bundes Österreich und der Salvation Army. Jedes der Systeme besteht aus drei bzw. vier betonierten Kammern. Wobei die vierte Grube nur noch im weitesten Sinne zum Klärsystem gehört, es handelt sich dabei um die Sickergrube. Ist das System erst einmal verschlossen funktioniert es auch zufriedenstellend in der Regenzeit. "In einer Gegend, in welcher der Grundwasserspiegel nur knapp unter der Erdoberfläche liegt ist es eminent wichtig, dass die Systeme gegen oben versiegelt sind, damit die menschlichen Fäkalien nicht an die Oberfläche gespült werden und Krankheiten verbreiten oder gar als unappetitliche Brühe in die Trinkwasserbrunnen gelangen" erklärt Anita Obenaus.

ZT: Projekt kurz vor dem Abschluss
Inzwischen befindet sich dieses Tsunamiprojekt kurz vor seiner Beendigung. ADRA konnte total über 420 neue Häuser, die im Westen Sri Lankas errichtet wurden mit Dreikammern Klärsystemen ausstatten.
Die Projektleiterin hofft, Ende Jänner 2007 Sri Lanka, welches in den letzten zwei Jahren zu einer weiteren Heimat geworden ist, wieder verlassen zu können. Sie wurde nämlich in der Zwischenzeit als Projektkoordinatorin von ADRA Österreich gewählt. Weitere Projekte und Auslandaufenthalte warten also schon wieder auf sie. Langeweile kommt sicher keine auf.

Lucas Aurel Aeschbacher, Pressesprecher ADRA Österreich
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Fax +43 1 319 93 01 23

E-Mail: presse@adra.at
Web: www.adra.at/presse

ADRA - Adventist Development and Relief Agency - Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
ADRA, eine christliche Hilfsorganisation, hilft Menschen in Not - unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, politischen oder religiösen Einstellung. ADRA versteht sich als Anwalt der Armen und betrachtet die Hilfeempfänger als Partner, mit denen gemeinsam gearbeitet wird. ADRA ist ein Netzwerk und betreibt weltweit über 120 Büros und Lager. Bei Bedarf ist ADRA somit immer nahe am Geschehen und kann rasch und gezielt reagieren. Durch die bereits vorhandener Kontakte und Strukturen kann ADRA effektiv Hilfe leisten. Das ADRA Netzwerk arbeitet in den Einsatzgebieten eng mit anderen Hilfswerken (NGO) und UN-Organisationen zusammen, speziell mit dem Welternährungsprogramm (WFP), dem Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und dem Kinderhilfswerk (UNICEF). ADRA wurde seitens der Vereinten Nationen der General Consultative Status beim Rat der UNO für wirtschaftliche und soziale Fragen (ECOSOC) verliehen.

ADRA entstand 1984 als Nachfolge der christlichen Wohlfahrtsarbeit der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. ADRA Österreich wurde 1992 als unabhängige Hilfsorganisation registriert, um Menschen in ihrer Not beizustehen. ADRA trägt seit 2002 das Spendengütesiegel als Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern und ist Mitglied der österreichischen EU-Plattform. ADRA Österreich ist auch Mitglied im internationalen ADRA Desaster Response Team um schnelle Ersteinsätze im Katastrophenfall zu ermöglichen. Spendenkonto PSK 1.300.400



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